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Sitzungsbericht vom 18.12.2025

Bild Löchgauer Rathaus

Einbringung Haushaltsplan 2026 der Gemeinde Löchgau samt Sonderrechnung Wasserversorgung und Gemeinde Löchgau Immobilien- + Verwaltungs-GmbH

Aus der Sitzung des Gemeinderates vom 18. Dezember 2025

Verabschiedung des Forstbetriebsplan 2026

Revierförster Herr Köstler gab eine kurze Zusammenfassung zum Zustand des Gemeindewaldes im Jahr 2025. Dabei wurde auf die angespannte Niederschlagsmenge und den damit verbundenen zunehmenden Trockenstress der Waldbestände sowie den Schäden durch z.B. dem Eschentriebsterben hingewiesen. Abschließend wurde ein Ausblick auf das Jahr 2026 gegeben, mit einem geplanten Ergebnis von 15.900€ untergliedert in 143.500€ Einnahmen durch geplanten Holzeinschlag, Förderungen und sonstigen Einnahmen sowie 127.600€ Ausgaben durch Pflege-, Stabilisierungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen.
Neben den Forstbetriebsplan informierte Revierförster Köstler auch über das „Löchgauer Meer“. Zu Zeiten des dritten Reiches wurde ein ca. 1 Hektar großer See im Wald nahe Freudental trockengelegt. Nun besteht die Überlegung, gemeinsam mit der Forstwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt BW (FVA) den See wieder zu renaturieren. Hierbei soll die Maßnahme von der FVA zu 100 % gefördert werden. Die entsprechenden Arbeiten sollen nächstes Jahr (2026) beginnen. Noch im Januar soll ein erster Vorort-Termin mit Experten stattfinden.
Der Forstbetriebsplan 2026 wurde einstimmig vom Gemeinderat beschlossen.

Einbringung Haushaltsplan 2026 der Gemeinde Löchgau samt Sonderrechnung Wasserversorgung und Gemeinde Löchgau Immobilien- + Verwaltungs-GmbH

Bürgermeister Feil und Kämmerer Löffler stellten dem Gremium den doppischen Haushaltsplan des Jahres 2026 der Gemeinde Löchgau samt Wirtschaftsplänen vor. Vom Vorsitzenden werden nebst Ausführungen zur allgemeinen wirtschaftspolitischen Lage die Rahmendaten der anstehenden Großprojekte erläutert. Neben den investiven Maßnahmen beispielsweise im Rahmen der Ortskernsanierung sind im Haushalt 2026 wiederum Maßnahmen für den Klimaschutz mit einem Volumen von über einer Million Euro beinhaltet. Kämmerer Löffler erläutert im Anschluss die aktuell schwierige finanzielle Gesamtsituation des Haushaltes 2026, wodurch ein negatives ordentliches Ergebnis von rund 293,5 T€ ausgewiesen werden muss.
 
Insgesamt gesehen können aber alle anstehenden Großprojekte im gesamten Finanzplanungszeitraum durch Zahlungsmittelüberschüsse im Finanzhaushalt in Höhe von 0,4 Mio. € bis hin zu knapp 1,1 Mio. € pro Jahr mit den vorhandenen liquiden Mitteln vollständig realisiert werden.
Daneben stehen der Gemeinde zum Ende des Finanzplanungszeitraums trotz der hohen Investitionstätigkeit von über 19 Mio. € in diesem Zeitraum weiterhin etwa
2,6 Mio. € als Liquiditätsreserve für spätere Projekte als freie Investitionsmittel zur Verfügung. Jedoch zeigt sich auch im aktuellen Planwerk, dass die finanziellen Handlungsspielräume in den kommenden Jahren geringer werden.
 
Grundsätzlich profitiert die Gemeinde im Finanzplanungszeitraum weiterhin von soliden Steuereinnahmen. Jedoch müssen durch die Ergebnisse in den Vorjahren auch deutlich höhere Umlagen in den kommunalen Finanzausgleich beigesteuert werden. Zudem steigt die Kreisumlage an den Landkreis drastisch an. Durch weiterhin stabile Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer beläuft sich der Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit (ehemals Zuführung an den Vermögenshaushalt) trotz Mehraufwendungen im Planjahr auf 1.029.550 Euro.
 
Neben dem Haushaltsplan 2026 der Gemeinde samt mittelfristiger Finanzplanung 2025 bis 2029, sind darin die Wirtschaftspläne 2026 der Sonderrechnung Wasserversorgung sowie der Gemeinde Löchgau Immobilien-+ Verwaltungs-GmbH enthalten.
 
 
Die Eckdaten:
 
Der Haushaltsplan und Haushaltssatzung 2026 der Gemeinde Löchgau umfasst, jeweils in Erträge und Aufwendungen
 
im Ergebnishaushalt (ehemals VwH)                                       19 513 150  €uro,
dabei enthaltenes ordentliches Ergebnis                                    - 293 450  €uro,
 
Ausgaben des Finanzhaushalts für Investitionstätigkeit             5 416 000  €uro,
(entspricht dem ehemaligen Volumen des VmH)
Gesamtvolumen                                                                       24 635 700 €uro.
 
Der Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungs-
tätigkeit (ehem. Zuführung des VwH an den VmH ) beträgt      1 029 550 €uro.
 
Der Finanzhaushalt enthält eine Liquiditätszunahme
(ehemals Rücklagenzuführung) in Höhe von                               395 050  €uro.
 
Kreditaufnahmen sind vorgesehen in Höhe von                                     0  €uro.
 
Der Wirtschaftsplan 2026 des Versorgungsbetriebes Wasserversorgung umfasst,
 
Erträge / Aufwendungen im Erfolgsplan                                       891 000  €uro,
Investive Auszahlungen im Liquiditätsplan                                   325 000  €uro,
insgesamt                                                                                  1 216 000  €uro.
 
Der Jahresgewinn im Erfolgsplan beträgt                                       71 000  €uro.
Kreditaufnahmen sind vorgesehen in Höhe von                           200 000  €uro.
 
Der Wirtschaftsplan 2026 der Gemeinde Löchgau Immobilien-+ Verwaltungs- GmbH umfasst,
 
Erträge / Aufwendungen im Erfolgsplan                                        297 500  €uro,
Investive Auszahlungen im Liquiditätsplan                                 4 500 000  €uro,
insgesamt                                                                                   4 797 500  €uro.
 
Der Jahresverlust im Erfolgsplan beträgt                                      - 50 500  €uro.
Kreditaufnahmen sind vorgesehen in Höhe von                         3 200 000  €uro.
 
 
Kämmerer Löffler führt weiter aus, dass sich das Volumen des Ergebnishaushalts im aktuellen Planjahr auf insgesamt 19,513 Mio. € beläuft. Auf der Aufwandsseite steigen die Personalkosten, insbesondere aufgrund tariflicher Personalkostensteigerungen, um etwa 280 T€ an. Parallel steigen auch die Aufwendungen für Transferaufwendungen um etwa 865 T€ im Vergleich zum Vorjahr an. Insgesamt gesehen befinden sich die FAG-Umlage (2,26 Mio. €) und die Kreisumlage (3,33 Mio. €) aufgrund gestiegener Steuereinnahmen in den Vorjahren im aktuellen Haushaltsjahr auf einem ansteigenden Niveau. Positiv wirkt sich bei den Aufwendungen die erneute Ausweisung einer sogenannten Globalen Minderausgabe von 300 T€ pro Jahr für zu erwartende Personalkosteneinsparungen aufgrund partiell unbesetzter Stellen (z.B. durch Langzeiterkrankungen, Mutterschutz, Elternzeit etc.) aus finanzieller Sicht aus.
 
Einnahmeseitig ergeben sich im aktuellen Haushaltsjahr im Vergleich zum Vorjahr geringe Mehrerträge. Bei der Gewerbesteuer wird dabei wie in den Zeiten vor Corona der konservativ prognostizierte Planansatz auf 2,5 Mio. Euro festgesetzt. Bei den Zuweisungen und Umlagen steigt vor allem die Einkommensteuer sowie der Umsatzsteueranteil zusammen um etwa 295 T€ im Vergleich zum Vorjahr an. Daneben wird bei den Gebühreneinnahmen sowie den Zuweisungen und Zuschüssen mit konstanten bzw. leicht steigenden Planansätzen gerechnet.
 
Insgesamt gesehen kann die Gemeinde im Jahr 2026 aufgrund der stark gestiegenen Aufwendungen die zu erwirtschaftenden Abschreibungen von etwa 1,995 Mio. Euro nicht mehr eigenständig in voller Höhe erwirtschaften und muss ein moderates negatives ordentlichen Ergebnis in Höhe von - 293.450 € im Ergebnishaushalt ausweisen. Allerdings stehen der Gemeinde Ergebnisrücklagen aus den Vorjahren in ausreichender Höhe (Stand 31.12.2024: etwa 22,15 Mio. €) zum Ausgleich zur Verfügung. Daneben kann die Gemeinde trotz hoher Ausgaben einen Finanzierungsmittelüberschuss (ehemals Zuführungsrate) von etwa 1,03 T€ zur Finanzierung von geplanten Investitionen erwirtschaften.
 
Nach zuvor bereits investitionsstarken Jahren bewegt sich das in 2026 eingeplante Gesamtvolumen für die Ausgaben aus Investitionstätigkeit mit über 5,4 Millionen Euro auf einem weiterhin hohen Niveau.
In 2026 sind dabei Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Ortskernsanierung (v.a. Bebauung Parkplatz Nonnengasse sowie der Umgestaltung der Ortsmitte), für den Klimaschutz (Heizungserneuerungen, Ausbau der Photovoltaikanlagen und energetische Sanierung kommunaler Gebäude) sowie diverse Ausgaben zum Erhalt der Löchgauer Infrastruktur (u.a. Kanalsanierungen laut Eigenkontrollverordnung, Sanierung Löffler- und Schubertstraße) geplant.
Daneben sind im Finanzplanungszeitraum weitere Investitionsschwerpunkte im Bereich der Ortkernsanierung vorgesehen.
 
Zur Realisierung dieser Maßnahmen ist in diesem Jahr der Finanzmittelüberschuss aus dem laufenden Betrieb (ehemals Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt) in Höhe von 1.029.550 Euro sehr hilfreich. Daneben sollen die geplanten Einzahlungen aus Investitionstätigkeit in Höhe von 5,135 Mio. € helfen, die vorab aufgeführten Investitionsmaßnahmen zu finanzieren.
 
Beim Eigenbetrieb Wasserversorgung entsteht im Wirtschaftsjahr 2026 ein Gewinn in Höhe von 71.000 € zur Reduzierung der vorhandenen Verlustvorträge. Im Liquiditätsplan sind Investitionskosten in Höhe von etwa 325 T€, allem voran für energetische Maßnahmen zur Realisierung geplanter Photovoltaikanlagen sowie Sanierung der Wasserleitung in der Löffler- und Schubertstraße vorgesehen.
Bei der gemeindeeigenen Immobilien- + Verwaltungs-GmbH entsteht im Wirtschaftsjahr 2026 ein Verlust in Höhe von 50.500 €. Im Liquiditätsplan sind für das Jahr 2026 Ansätze in Höhe von 4,5 Mio. € sowohl für die Finanzierung, als auch die Baukosten für das neue Ärztehaus auf dem Parkplatz Nonnengasse vorgesehen.

 
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die derzeitige Haushaltssituation für das Jahr 2026 in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen als solide bezeichnet werden kann. Trotz hoher Ausgaben für die anstehenden Investitionsmaßnahmen in den kommenden Haushaltsjahren stehen der Gemeinde auch am Ende des Finanzplanungszeitraums über 2029 hinaus weiterhin liquide Mittel zur Verfügung, wenngleich die Spielräume geringer werden. Deshalb sollten bereits Überlegungen angestellt werden, wie der Haushalt künftig strukturell verbessert werden kann.
 
Vom Vorsitzenden wird festgestellt, dass der Haushalt 2026 somit eingebracht ist, in der nächsten öffentlichen Sitzung beraten werden kann.

Annahme von Spenden 2025

Gemäß § 78 Abs. 4 GemO berichtete die Kämmerei dem Gemeinderat über nachfolgende Spenden:
 
Datum            Name Spender                       Zuwendungszweck Geldspende
                                     
15.02.2025    Walter Morlok, Löchgau          Spende Feuerwehr 340,- €
09.04.2025    Ulrich Eitel, Löchgau               Spende Feuerwehr 400,- €
09.10.2025    Martin Röcker, Löchgau          Spende Feuerwehr 20,- €
23.10.2025    Nico Hartmann, Besigheim     Spende Kiga Beethoven    500,- €

Sonstiges

Zum Schluss der Sitzung dankten Bürgermeister Feil und stellvertretende Bürgermeisterin De Coninck den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde für die tolle Arbeit im Jahr 2025. In ihrer Weihnachtsrede blickte Frau De Coninck auf das vergangene Jahr zurück und betonte die Bedeutung von Menschlichkeit, Empathie und Solidarität – gerade in herausfordernden Zeiten. Sie erinnerte daran, wie privilegiert unser Leben in Frieden, Freiheit und Demokratie ist, und rief dazu auf, Verantwortung im Großen wie im Kleinen zu übernehmen. Abschließend wünschten Herr Feil und Frau De Coninck eine friedvolle Weihnachtszeit sowie für Gesundheit, Zuversicht und ein gutes Miteinander im neuen Jahr.

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