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Sitzungsbericht vom 24.09.2026

Bürgerzentrum - erster Planentwurf

Bürgerzentrum Löchgau - Vorstellung der Umfrageergebnisse und erster Planentwürfe

Aus der Sitzung des Gemeinderates vom 24. September 2026

Einwohner fragen

Aus der Bürgerschaft wurde die Frage nach dem Zeitpunkt und den Gründen für die bislang nicht erfolgte Sanierung der Landesstraße L1107 vom Weißenhof nach Löchgau gestellt.
 
Im Rahmen der Sanierung will das Regierungspräsidium auch den Knotenpunkt L1107/K1633 um- und ausbauen. Der Ausbau des Knotenpunktes steht in Zusammenhang mit dem Fortbestand L1141 (Kleinsachsenheimer Sträßle), welche das Regierungspräsidium Stuttgart für entbehrlich hält. Seitens der Gemeinde werden im Falle der Schließung der L1141 negative Auswirkungen für den innerörtlichen Verkehr befürchtet. Deshalb befinden sich die Gemeinde Löchgau und das Regierungspräsidium in Abstimmung über den Ausbau des Knotenpunkts und dem weiteren Umgang mit der L1141.

Vorstellung und Sachstandsbericht der Bücherei Löchgau

Im vergangenen Jahr konnte die Ortsbücherei fast 18.000 Besuche verzeichnen. An insgesamt 250 Öffnungstagen standen die Türen für große und kleine Leserinnen und Leser offen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Entleihungen: Insgesamt wurden im Jahr 2025 inklusive der digitalen Ausleihe 44.875 Medien entliehen. Damit zeigt sich, dass sowohl das klassische Buch, Tonies oder Spiele als auch die digitalen Angebote gerne genutzt werden.Das Medienangebot umfasst 10.190 physische Medien vor Ort. Ergänzt wird dieses durch eine beeindruckende Auswahl von 88.933 E-Medien, die über die Onleihe zur Verfügung stehen. Ob gedrucktes Buch, Hörbuch oder digitale Lektüre – für jeden Geschmack und jedes Alter ist etwas dabei. Über den regulären Ausleihbetrieb hinaus bietet die Bücherei ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm für unterschiedliche Altersgruppen an. Hierzu gehören unter anderem Lesungen, Vorlesestunden, Bastelangebote und weitere Veranstaltungen speziell für Kinder und Familien. Damit leistet die Bücherei einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Lesekompetenz, Bildung und kultureller Teilhabe innerhalb der Gemeinde. 
Für das kommende Jahr sind bereits weitere Neuerungen geplant. So sollen die Medien der Ortsbücherei entsprechend vorbereitet werden, um für die sogenannte „Flexibib“, einem Open-Library-System, zur Verfügung zu stehen. Die Besucherinnen und Besucher können künftig auch dann Bücher und andere Medien ausleihen und zurückbringen, wenn die Mitarbeitenden der Ortsbücherei nicht da sind. Dieses System wird in das geplante Bürgerzentrum integriert und bietet den Besuchern noch mehr Nutzungszeiten.

Bürgerzentrum Löchgau - Vorstellung der Umfrageergebnisse und erster Planentwürfe

Im Februar 2026 wurde in einer Einwohnerversammlung das Konzept eines Bürgerzentrums vorgestellt. Entstehen soll ein Treffpunkt in den Räumlichkeiten der Ladeneinheit der gemeindeeigenen Immobilien-GmbH (ehem. Sport Trinkner). Mitgedacht ist zudem ein Umzug der Bibliothek in die Ortsmitte und in das Bürgerzentrum.Eine Umfrage im Rahmen der Einwohnerversammlung und nachfolgend digital erfragte die Vorstellungen, Erwartungen und Bedürfnisse der Löchgauer und Löchgauerinnen: Gewünscht wird ein offener, gemütlicher und lebendiger Treffpunkt für die ganze Gemeinde, in dem auch die Bücherei weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Im Mittelpunkt stehen Aufenthalt und Begegnung mit Café-/Wohnzimmerbereichen, Spiel- und Familienangeboten sowie flexiblen Räumen für Lernen, Kreativität und Veranstaltungen. Wichtig sind zudem eine moderne, warme Atmosphäre, gute Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und nutzerfreundliche Öffnungszeiten. 
Nach den Vorstellungen der Bürgerschaft kann demnach die bisher im Kronenareal angedachte Begegnungsstätte durchaus in das Konzept eines Bürgerzentrums integriert werden. Darauf aufbauend fanden im Anschluss sowohl ein erster Ideen- als auch intensiver Planungsworkshop statt, bei denen die Umfrage-Ergebnisse entsprechend berücksichtigt wurden. Die Dokumentation des Planungsworkshops samt Visualisierungen wurden vom digital zugeschalteten Aat Vos, Architekturbüro „includi“ erläutert. Aat Vos stieg mit dem Satz ein: „Hier kann ein sozialer Schatz für Löchgau entstehen.“. Die Visualisierungen des Entwurfs lassen bereits sehr deutlich erkennen, dass mit dem Bürgerzentrum sehr atmosphärische Räumlichkeiten entstehen, die denen eines „öffentlichen Wohnzimmers“ gerecht werden. Sie sollen zum Verweilen einladen, aber auch die Funktion eines Treffpunktes, eines Ortes für kleinere Veranstaltungen und Angebote oder als „Dach“ für ehrenamtliches Engagement übernehmen. Die Räumlichkeiten nehmen das als wesentlichen Bestandteil der Einrichtung architektonisch, aber auch inhaltlich auf. Direkt im Eingangsbereich soll dies durch einen Cafébereich bzw. eine Bar samt Infotheke verdeutlicht werden. Mit einer integrierten Bühne im Übergangsbereich zum hinteren Teil sind beste Rahmenbedingungen für Veranstaltungen gegeben.  Weiteres wesentliches Element wird der flexible Multifunktionsraum in Form der löchgautypischen Nagelfabrik. Dabei soll der Raum grundsätzlich offen gestaltet, für spezielle Angebote bei Bedarf jedoch einfach schließbar sein. Im weiteren Planungsprozess wird dabei auf eine intuitive, einfache Schließbarkeit für eine praktikable Handhabung zu achten sein.  Daneben könnte der Kinderbereich nach aktuellem Stand noch etwas vergrößert werden. Mit der Vergrößerung des Kinderbereichs wäre insbesondere noch ein Gestaltungs- und Aufenthaltselement vorgesehen, was der Bedeutung der Zielgruppe gerecht werden dürfte. Neben barrierearmen Zugängen und Nutzungsmöglichkeiten wurden auch die angedachten öffentlichen Toiletten und Wickelmöglichkeiten in der Planung berücksichtigt. Für die Planung werden Kosten von rund 2,5 Mio. EUR grob geschätzt, wobei noch keine Fachplaner eingebunden wurden. Der Anteil von Unvorhergesehenem und Kostensteigerungen ist mit rund 500T beziffert, was gut 25% der Kosten entspricht und eine gewisse Sicherheit darstellt. In der Gesamtsumme sind daneben auch Aufwendungen der Gebäudemodernisierung (Elektrik, Lüftung etc.) enthalten, welche der Gebäudesubstanz nutzungsunabhängig zu Gute kommen. Im Ergebnis kann mit einem ähnlichen Kostenansatz zur geplanten Begegnungsstätte im Kronenareal (2,1 Mio. Euro ohne Ausstattung) ein deutlich höherer Nutzwert erzielt werden. So integriert das Bürgerzentrum nicht nur die Bücherei, sondern eröffnet mit der deutlich größeren Nutzfläche, der atmosphärischen Gestaltung und dem gedachten Konzept eines sogenannten 3. Ortes in der Ortsmitte darüber hinaus deutlich mehr Nutzungsmöglichkeiten als der reine Saal eines Bürgertreffs. Der Gemeinderat begrüßte ausdrücklich die Planung und stimmte der Fortführung der Planung auf Grundlage des vorgestellten Entwurfs einstimmig zu. 

Bürgerzentrum - erste Planentwürfe
Bürgerzentrum - erste Planentwürfe
Bürgerzentrum - erste Planentwürfe

Umgestaltung der Ortsmitte
- Beratung über den Ausstattungsumfang an Sonnenschirmen

Die Tiefbauarbeiten zur Umgestaltung der Ortsmitte wurden in der Sitzung im Mai 2026 vergeben. Auf Grund der Kostensteigerungen im Rahmen der Ausschreibung wurden Einsparmaßnahmen gesucht und in der letzten Sitzung im Juli beschlossen. Durch verschiedene Plananpassungen und Reduzierungen in der Ausführung können so rund 300T Euro an Kosten eingespart werden.
 
Die Einsparpotentiale wurden dem Ingenieurbüro Ippich bereits mitgeteilt und sollen in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Daneben werden auch weiterhin Einsparpotentiale im Rahmen der Umgestaltung fortwährend gesucht.
 
Als weiteres Einsparpotential wird von Seiten der Verwaltung die Beibehaltung der bisherigen und intakten Gastronomie-Beschattung (Bestandsschirme der jeweiligen Gastronomen) auf dem Markt- und Rathausplatz sowie im Kronenareal gesehen. Hierdurch können weitere Kosten in Höhe von knapp 25 T€ laut aktuellem Angebot (zzgl. Tiefbaukosten) eingespart werden. Daneben könnte auch auf die vorsorgliche Schaffung einer dritten Bodenhülse für die Nachrüstung eines weiteren Tulpenschirms auf dem Marktplatz mit Kosten in Höhe von 5,5 T€ (zzgl. Tiefbaukosten) zum aktuellen Zeitpunkt verzichtet werden, da dieser im Nachgang jederzeit ebenfalls bei Bedarf realisiert werden könnte.
 
Ursprünglich war der Tausch der Schirme im Bereich der Gastronomie-Betriebe als wünschenswert gesehen, um eine einheitliche Optik zu erhalten. Um Kosten einzusparen wäre es jedoch aus Sicht der Verwaltung auch vertretbar auf die Bereitstellung der Schirme im Gastronomiebereich zu verzichten, was den nichtkommerziellen öffentlichen Raum optisch auch verdeutlichen würde.
 Die nun vorliegenden Kosten wiegen jedoch diesen Mehrwert aus Sicht der Verwaltung aufgrund der nicht geringen Kosten nur bedingt auf.
 
Der Gemeinderat beschloss mit 11 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen, die bisherige Gastronomie-Beschattung (Bestandsschirme der Gastronomiebetriebe) beizubehalten und auf die vorsorgliche Herstellung einer weiteren Bodenhülse auf dem Marktplatz zu verzichten.

Entwicklung der Energieverbräuche öffentlicher Gebäude in Löchgau 2025 (Wärme / Strom / PV)

Das Gremium wurde über die Entwicklung des Wärme- und Stromverbrauchs anhand der Ergebnisse des Jahres 2025 informiert.
Hierzu fand vor Kurzem eine Fortführung und tabellarische Auswertung der Verbräuche nach § 18 Klimaschutzgesetz BW statt, welche die Grundlage für besagten Vergleich darstellt. Die einzelnen Zahlen und Kennzahlen wurden in der Sitzung von Kämmerer Löffler erläutert. So sind die vergleichbaren Stromverbrauchswerte von 2019 mit rund 209T kWh um fast 40% auf 127TkWh zurückgegangen. Die vergleichbaren Wärmeverbrauchswerte sind seit 2019 von 727TkWh um knapp 20% auf 591T kWh zurückgegangen. Mit Inbetriebnahme der Holzhackschnitzelanlage wird der Wärmeverbrauchswert nochmals signifikant sinken. Beim Schulareal sind die Verbrauchswerte auf Grund der Umbaumaßnahmen erst ab dem Jahr 2023/2024 vergleichbar.
Die Vergleichswerte lassen demnach erkennen, dass durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie dem Einsatz energieeffizienter Techniken sowohl die Verbrauchswerte beim Strom als auch bei der Wärmeversorgung kontinuierlich und spürbar zurückgehen.

Verleihung der Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg an Robert Fiesel

Für zehn Jahre engagierte Tätigkeit im Gemeinderat wurde Gemeinderat Robert Fiesel mit der Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Zehn Jahre kommunalpolitisches Engagement sind eine beachtliche Zeitspanne und stehen für zahlreiche Sitzungen, Beratungen und Entscheidungen, die die Entwicklung der Gemeinde mitgestalten. Herr Fiesel hat sich in dieser Zeit mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein in die Arbeit des Gemeinderats eingebracht und damit einen wichtigen Beitrag für die Gemeinde geleistet. Bürgermeister Feil dankte Herrn Fiesel für seinen langjährigen Einsatz, seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und die stets konstruktive Mitarbeit im Gremium. Die Auszeichnung würdigt damit nicht nur die Dauer seiner Tätigkeit, sondern insbesondere auch sein persönliches Engagement für die Gemeinde. Herr Fiesel bedankte sich seinerseits beim gesamten Gremium für die gute Zusammenarbeit sowie bei den Bürgerinnen und Bürgern für das ihm über viele Jahre entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung durch seine Wahlen in den Gemeinderat.

Verleihung der Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg an Robert Fiesel

Sonstiges

Aus der Mitte des Gremiums wurde nach dem aktuellen Stand des Glasfaserausbaus gefragt. Die Verwaltung informierte darüber, dass derzeit im Rahmen der sogenannten „Weißen-Flecken-Förderung“ die 23 am schlechtesten versorgten Haushalte angeschlossen werden. Auch sogenannte „graue Flecken“, wie beispielsweise der Weißenhof, sollen perspektivisch vom geförderten Glasfaserausbau profitieren. Für einen Glasfaserausbau im Ort steht die Gemeinde Löchgau mit der Telekom im Austausch. Auf Grund der bereits bestehenden Ausbauplanungen für die nächsten Jahre und den damit gebundenen Ressourcen wird ein kurzfristiger Ausbau allerdings nicht zu erwarten sein.
 
Aus der Mitte des Gremiums wurde außerdem nach der Aufschotterung der Fläche oberhalb des Friedhofs gefragt. Die Verwaltung erläuterte, dass die Fläche als Materialzwischenlager für die anstehende Sanierung der Ortsmitte hergerichtet wurde.

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