Umfassende Informationen für Lebenssituationen

Herkunftsfamilie suchen

Woher komme ich? Wo liegen meine Wurzeln? Die Antworten auf diese Fragen sind für jeden Menschen wichtig und gehören zu seinen grundlegenden Rechten. Das "Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung" spielt für die meisten Menschen, die adoptiert wurden, eine wichtige Rolle. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte ist ein Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung. Bei der Entwicklung der eigenen Individualität geht es vor allem darum, sich selbst zu verstehen und anzunehmen.

Ab dem 16.Geburtstag haben Adoptierte ein Recht auf Akteneinsicht in die Vermittlungsakte, soweit sie ihre Herkunft und Lebensgeschichte betrifft. Die Akteneinsicht wird durch eine Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle begleitet. Die Datenschutzbelange und Persönlichkeitsrechte z. B. der leiblichen Eltern oder der Adoptiveltern müssen dabei beachtet werden.

Gleichzeitig können Adoptierte ab diesem Zeitpunkt ohne Zustimmung der Adoptiveltern Einsicht in das Geburtenbuch beim Standesamt nehmen. Aus diesen Dokumenten gehen die damaligen Personalien der leiblichen Eltern hervor.

Seit 26.11.2015 ist gesetzlich vorgeschrieben, Aufzeichnungen und Unterlagen über jede einzelne Vermittlung über den Zeitraum von 100 Jahren ab Geburtsdatum des Kindes aufzubewahren. Danach sind die Akten zu vernichten.

Adoptierte können sich grundsätzlich an die Adoptionsvermittlungsstelle des örtlichen Jugendamts oder eines freien Trägers wenden. Hier erhalten sie Beratung zu ihrem Anliegen. Für die konkrete Suche ist eine Nachfrage bei der Vermittlungsstelle sinnvoll, die die Adoptionsvermittlung durchgeführt und die Adoptionsakte geführt hat (häufig am damaligen Wohnort der leiblichen Mutter oder der Adoptiveltern).

Zugehörige Leistungen

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Sozialministerium hat ihn am 17.01.2018 freigegeben.

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